LKZ-Artikel:"Rund 65 Millionen Euro für Sozialwohnungen?"

Veröffentlicht am 22.05.2015 in Reden/Artikel
Junge Frau mit Zeitung in der Hand
Bildquelle: freeimages.com

Leonberg - Etwa 270 Haushalte stehen derzeit in Leonberg auf der Warteliste, um eine Sozialwohnung zu beziehen. Doch woher nehmen, wenn hierzulande Wohnungen mit Kaltmieten im Bereich zwischen sieben und neun Euro pro Quadratmeter Wohnfläche praktisch nicht mehr verfügbar sind?

Grund genug für die Stadtverwaltung und den Gemeinderat, sich Gedanken zu machen, wie dem gegengesteuert werden kann. Das Amt für Jugend, Familie und Schule hat nun gemeinsam mit dem Planungsamt ein Papier mit verschiedenen Strategien vorgelegt, um den Missstand zu beseitigen. „Es ist eine offene Diskussionsgrundlage, um in einer Klausur in die Tiefe gehen zu können“, sagte Gabriele Schmauder, die Leiterin des Familienamtes, jetzt im städtischen Sozialausschuss. Die Klausurtagung ist für März 2016 angesetzt.

Die Stadt hat bislang nicht viele Wohnungen

Die Stadt selbst ist nicht mit vielen eigenen Wohnungen gesegnet. Sie hat gerade mal 161 eigene und 93 angemietete, in 77 hat sie Belegungsrechte. Alle sind an Berechtigte vergeben. Rund 150 Belegungsrechte sind vor etwa 15 Jahren ausgelaufen. Im regionalen Vergleich verfügt Leonberg also über einen unterdurchschnittlichen kommunalen Wohnungsbestand. Zudem spielte der soziale Wohnungsbau im zurückliegenden Jahrzehnt keine Rolle.

Laut Statistik beträgt der Anteil der Wohnungen im Stadteigentum oder eines kommunalen Wohnbauunternehmens am gesamtstädtischen Bestand in Leonberg gerade mal ein Prozent, wie auch in Leinfelden-Echterdingen, Winnenden, Korb oder, Weinstadt. Zum Vergleich: in Sindelfingen sind es 14 Prozent, in Stuttgart sieben, in Böblingen sechs Prozent.

Im Gegenzug weist Leonberg im interkommunalen Vergleich bis 2030 einen überdurchschnittlichen hohen Bedarf an Wohnungen auf. Je 1000 Einwohner werden 36 zusätzliche Wohnungen benötigt. Zum Vergleich: in der Region sind es 32, in Sindelfingen zwölf, nur noch Fellbach mit 31 und Waiblingen mit 28 können statistisch mit Leonberg mithalten. „Das hängt damit zusammen, dass Leonberg eine relativ junge Bevölkerung hat“, sagt Peter Mauch, der Leiter des Planungsamtes.

In dem vorgelegten Papier zeigen die beiden Ämter eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten auf, wie in Leonberg dem dringenden Bedarf nach bezahlbaren Wohnungen begegnet werden könnte.

Noch vor der Klausur im März kommenden Jahres soll auf Antrag der SPD-Fraktionsvorsitzenden Christa Weiß die Verwaltung bereits im November ein Konzept vorlegen, wie die Stadt private Wohnungen anmieten kann. Die sollen dann subventioniert an Haushalte mit Wohnberechtigungsschein untervermietet werden. Diesen Antrag hat die Mehrheit des Gremiums unterstützt.

Eine andere Variante läuft darauf hinaus, ein neues Baulandmodell zu etablieren. Dabei könnte von der amtlichen Umlegung auf ein modifiziertes Ankaufmodell umgestellt werden. Das heißt, die Stadt kauft selbst alle Baulandflächen auf. Dann erlegt sie Bauherren und Investoren auf, Belegungsrechte zur Verfügung zu stellen oder Kontingente von geförderten Mietwohnungen einzuplanen und zu bauen.

„Dieses Modell könnte in den geplanten Neubaugebieten Hinter den Gärten in Warmbronn und Unter dem Mühlweg in Gebersheim angewandt werden“, meinte der Erste Bürgermeister Ulrich Vonder-heid (CDU).

Bei Neubauten Kontingente für geförderten Wohnraum

Mit dieser Variante wäre es möglich, bis zum Jahr 2030 etwa 50 neue geförderte Mietwohnungen zu schaffen, haben die beiden beteiligten Ämter errechnet.

„Ein anderer Vorschlag ist, den Bestand der städtischen Wohnungen auf den regional üblichen Stand von drei Prozent anzuheben, also von derzeit 160 auf 300“, erläuterte Gabriele Schmauder. Damit hätten alle Familien mit Berechtigungsschein eine Wohnung. Doch das ist nicht zum Nulltarif zu haben. Um diesen Bestand aufzukaufen, müssten schätzungsweise bis 2030 jährlich 4,5 Millionen Euro zusätzlich im städtischen Haushalt eingestellt werden.

In diesem Zusammenhang müsste geklärt werden, ob es sinnvoll ist, eine eigene kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen.

Unter dem Stichwort „Pilotprojekt Stadtpark“, das auf große Zustimmung stößt, soll auf einer 1,1 Hektar großen Fläche an der Berliner Straße günstiger Wohnraum geschaffen werden. Das Grundstück gehört der Stadt. Investoren sollen hier als Auflage bekommen, dass 40 Prozent der neu geschaffen Geschossflächen für den geförderten Wohnungsbau und der Rest für private Eigentumswohnungen zur Verfügung stehen. „Hier könnten so etwa 20 geförderte Mietwohnungen entstehen“, rechnete Peter Mauch vor.

 

Quelle: http://www.leonberger-kreiszeitung.de/inhalt.leonberg-rund-65-millionen-euro-fuer-sozialwohnungen.65a0cb43-7682-428c-bad0-5c6ac6c69bfc.html

 
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