LKZ-Artikel: "Die SPD schärft selbstbewusst ihr soziales Profil"

Veröffentlicht am 12.02.2015 in Reden/Artikel

Leonberg - Die alte Tante sendet ein Lebens­zeichen. Mag die SPD bundesweit im 20-Prozent-Turm gefangen sein, der Leonberger Ortsverein war schon immer einer der aktiven im Kreis. So kommen gut 100 Besucher in die Steinturnhalle. Die Genossen stehen zu ihrer Position in der Stadtpolitik und ehren ihr Urgestein Wolfgang Fürst. Den stärksten Eindruck hinterlässt jedoch Verena Bentele.

Die 32-jährige Weltmeisterin und Paralympics-Siegerin ist nämlich nicht nur seit einem Jahr Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Sie ist auch SPD-Mitglied, Stadträtin in München und erzählt von den Problemen, die sie im Alltag immer wieder bewältigen muss. „Ich sehe nur Schatten“, sagt sie, und ironisiert die Lage: „Ich weiß nicht, ob vor mir ein Mann steht oder – sorry – ein Pfosten.“

Mit solchen Sätzen bricht sie das Eis und nimmt die Gäste mit in ihre Welt. „Wie soll ich in eine Gerichtsverhandlung, wenn der Saal nur über Treppen zu erreichen ist?“, fragt sie etwa. Oder wenn eine Datei nicht „barrierefrei“ ist, das Dokument nicht vorlesbar durch eine Software? Da hört der Baubürgermeister Klaus Brenner genauer hin, der den Oberbürgermeister vertritt.

Auch sonst attestiert sie den Leonbergern, ein „schlaues Völkle“ zu sein – sie haben die Ex-Biathletin nämlich schon so früh eingeladen, dass sie die ersten waren. Ihre Forderung: „Jeder Mensch muss so leben können, wie er das mit seinen Fähigkeiten und Träumen will.“ Wichtig sei etwa, dass Behinderte mehr als 2600 Euro ihres Gehaltes am Monatsende behalten dürften: „Sinnvoll ist es, nur Gutverdienende an ihrer Betreuung zu beteiligen.“ Dann werden große Worte gefunden: Das Höfinger Urgestein Wolfgang Fürst wird mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet für sein 39-jähriges Engagement in der Partei (ausführlicher Bericht folgt). Aber auch Christa Weiß, die Fraktionschefin im Gemeinderat, wird für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt, ebenso wie Elke Mangold und Phlilipp Fritsch. Rolf Schlumberger ist schon 50 Jahre Mitglied.

Christa Weiß nutzt die Gelegenheit, zu ihrer „Silberhochzeit“ mit ihrer Partei ein Bekenntnis abzugeben und damit auch die Worte von Verena Bentele zu unterstreichen. „Mir ist es immer um Gerechtigkeit gegangen“, sagt Weiß, die im roten Stuttgart aufgewachsen ist, inzwischen aber nach eigenem Bekenntnis „gerne Leonbergerin“ geworden ist. „Und ich bin auch gerne für die SPD im Gemeinderat“, bekennt sie. Dass die Fraktion aber bei der Kommunalwahl wegen des neuen Wahlrechts einen Sitz verloren hat, schmerzt sie noch heute: „Ich empfinde das als ungerecht.“ Die Aufsplitterung des Gemeinderates in vier Fraktionen und drei Gruppen leiste Populismus Vorschub.

Christa Weiß erneuert das Bekenntnis der Partei, dass sie keine öffentliche Sauna finanzieren will, freut sich über das neue Hallenbad, blickt aber auch in die Zukunft: „Wir haben eine Stadthalle mit viel Defizit“, stellt Weiß klar. „Und ein wunderschönes Leobad, von dem wir nicht wissen, was es an Sanierung noch braucht.“ Die SPD will einen Sportentwicklungsplan und sieht die drohenden Schulden von 100 Millionen Euro als „beängstigend“.

Klare Worte findet die SPD-Sprecherin zur Krankenhausfrage – auch in Richtung des anwesenden SPD-Kreistagsfraktionschefs Tobias Brenner: „Wir fühlen uns nicht vertreten, es dominiert der Südkreis.“ Man könne nur auf Einsicht hoffen.

 

Quelle: http://www.leonberger-kreiszeitung.de/inhalt.leonberg-die-spd-schaerft-selbstbewusst-ihr-soziales-profil.6264f66a-512a-4cf1-a6dd-68f253613332.html

 
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