LKZ-Artikel: "Anstifter in einer lebendigen Gemeinde"

Veröffentlicht am 09.11.2016 in Presse im Wahlkreis

Harald Hepfer mit Elviera Schüller-Tietze. Foto: factum/Granville

Harald Hepfer ist und war politisch, sozial und kulturell engagiert. Dafür ist er jetzt mit dem SPD-Kulturpreis geehrt worden.

Viele Weggefährten Harald Hepfers aus Politik und Kultur, junge und alte Freunde und Nachbarn sind ins evangelische Gemeindehaus gekommen, um einen Mann zu ehren, der ein beispielhafter Sinnstifter war und ist. Bevor die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Elviera Schüller-Tietze Hepfer den SPD-Kulturpreis überreichte, galt es für den Geehrten zunächst einige „Grußworte und Schmeicheleien“ zu überstehen, von denen er sich ausdrücklich möglichst wenige gewünscht hatte (wir berichteten).

Hartmut Fritz, der frühere evangelische Dekan von Leonberg, erinnerte in seiner Laudatio „Zivilgesellschaft braucht Bürgersinn und Anstifter“ an die vielfältigen Bereiche, in die Hepfer sich sinnstiftend eingemischt hatte und die ihn zum Teil noch heute an- und umtreiben. Der Lehrer hat als Redaktionsleiter im Ernst-Klett-Verlag, als Lehrbeauftragter einer Pädagogischen Hochschule und später wieder als Lehrer und Schulleiter gearbeitet. Kaum in Pension, ging Hepfer für zweieinhalb Jahre an die Universität Hefei, wo er Deutsch unterrichtete.

Ein halbes Jahrhundert großes Engagement

Seit bald 50 Jahren schon, so Fritz, sei Hepfer aber auch vielfältig ehrenamtlich engagiert. Politisch in der SPD, sozial unter anderem in der Jugendhilfe, als Mitinitiator des Bürger-Cafés, der Bürgerstiftung und des kirchlichen Gesprächskreises „Die Brücke“. Ein Leuchtturm der Christian-Wagner-Gesellschaft sei er als Herausgeber der Warmbronner Schriften und der „Warmbronner Anstöße“, der immer wieder unermüdlich zu Werkstattgesprächen eingeladen hat. Und als musikbegeisterter Cellist war der 81-Jährige unter anderem im Rutesheimer Kammermusikkreis aktiv.

„Du hast andere mitgenommen, begeistert, die Kultur des Gemeinwesens bereichert und trägst mit dazu bei, dass in ‚Warm-Bronn‘ der Brunnen einer wärmenden Quelle nicht vertrocknet“, so Fritz. All diese Themen, so der Laudator, hätten sich in Hepfers Leben zu einem harmonischen Akkord von Tönen geformt. Dem neuen Kulturpreisträger sei früh klar gewesen, dass das Leben „einen cantus firmus braucht, eine Grund-Melodie, aber auch den Kontrapunkt.“ Überaus nachdenkliche Töne in Form einer Lesung mit Musik kamen dann mit dem Wortkino (Lesung: Gesine Keller, Technik: Dijana Antunovic) zu Gehör. Das Stück „Der Pastor bleibt Pastor“ von Norbert Eilts über Dietrich Bonhoeffer erzählt vom Leben und Sterben des mutigen Theologen, der am 9. April 1945 hingerichtet wurde. Eckpunkte aus Bonhoeffers Biografie und Passagen aus seinen Reden und Briefen ließen einen Menschen lebendig werden, dessen vorgetragene Gedanken man nachgerade wie einen aktuellen Kommentar zu Flüchtlingskrise und amerikanischem Wahlkampf verstehen konnte.

„Danke an alle, alle, alle“

Wem hat sich beim Bonhoeffer-Gedanken, dass „Dummheit gefährlicher als das Böse“ sei, dass der Dumme aber auch „zu allem Bösen fähig“ sein werde nicht das Gesicht des amerikanischen Präsidentenanwärters Donald Trump aufgedrängt? Und wer wollte Bonhoeffers Satz „Ich soll mein Herz den Aufgaben, Schmerzen und Freuden der Erde nicht teilnahmslos verschließen“ und den von Fritz zitierten Goes’schen Ausspruch: „Du sollst dich nicht vorenthalten“ nicht direkt mit dem neuen Kulturpreisträger Hepfer in Verbindung bringen? Mit ihrer zupackenden, beherzten und direkten Art hat Hepfers politische Weggefährtin Renate Stäbler verhindert, dass der Abend in allzu nachdenklichen Fahrwassern stecken blieb. Sie erinnerte sich daran, wie Hepfer 1969 in der SPD aufgetaucht war und mit Peter von Lieven „ein Dreamteam an Einfallsreichtum und Kreativität“ gewesen sei. „Er war kein polarisierender Kämpfer, hat andere Meinungen respektiert. Statt den Gegner zu zerschmettern, glättete er Wogen. Das ging mir manchmal gegen den Strich“, erinnerte sich die 2009 mit dem SPD-Kulturpreis geehrte Stäbler schmunzelnd.

Der neue Kulturpreisträger bedankte sich „bei allen, allen, allen“ im prallvollen Gemeindehaus und gab angesichts zweier gratulierender junger Männer, dem Juso Jakob Trugenberger und dem jungen Flüchtling Stive Koua, seiner Hoffnung Ausdruck, dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die sich fürs Gemeinwohl einsetzen.

Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.leonberg-anstifter-in-einer-lebendigen-gemeinde.30e1567a-1321-485e-a671-3740ac58c642.html

 
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